Von der Kündigung zur Millionen-Idee

Die Familie Lugauer aus Falkenstein zeigt, wie das Wirtschaftswunder klappen kann: Es packen alle an, um viel zu schaffen.

Wer aus dem Wintergarten der Familie Lugauer gleich am Dorfanfang von Gfäll schaut, der sieht bereits den Landkreis Regensburg durch das Fenster. Und doch ist auch hier, im letzten Zipfel des Landkreises Cham, im Markt Falkenstein, das zu finden, was die Region über Jahrzehnte so stark gemacht hat: Familienbetriebe. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in den Menschen, die die Dinge anpacken, oft bis an die Grenze des Möglichen.

Hier in Gfäll ist die Familie Lugauer ein solcher Schlüssel zum Erfolg. Die feiert am Samstag gleich ein dreifaches Fest – zum einen wird die neue, große Halle eingeweiht, dann hatte Firmenchef Josef Lugauer diese Woche seinen 30. Geburtstag und das Unternehmen begeht zudem 2018 sein 25-jähriges Firmenjubiläum.

 

Millionenprojekt im Dorf
Im Mittelpunkt steht dabei die neue Halle – über 50 Meter lang, über 25 Meter breit, ein Millionenprojekt am Ortsrand des Dorfes und ein Schwergewicht auch für Lugauers. „Sicher wäre eine Lage direkt an der Autobahn verkehrstechnisch günstiger, aber wir bekennen uns zur Heimat“, sagt Seniorchef Günter Lugauer (56). Er hat vor 25 Jahren, im Jahre 1993, den ersten Schritt zur heutigen Selbstständigkeit gewagt, damals noch im Nebenerwerb. Das Zugpferd waren für ihn Konstruktionen mit Dämmungen, die er vor allem für die Landwirtschaft baute.

 

„Ich will nie mehr angestellt sein!“

Günter Lugauer, Unternehmer aus dem Markt Falkenstein

 

 

Dabei ist es bis heute geblieben – wenn sich auch die Produkte, mit denen Günter, sein Sohn Josef und die acht Mitarbeiter arbeiten, modernisiert haben. 2001 kam die Sandwichpaneele auf den Markt, die die Arbeit vereinfachte, da die Dämmung gleich integriert ist. 2003 kam der Einbau von Lichtfirsten für Licht und Luft im Stall dazu, dann moderne Licht- und Lüftungsschieber. Bis 2012 funktionierte das Unternehmen im Nebenerwerb – dann wurde Günter Lugauer nach 17 Jahren von seinem damaligen Arbeitgeber entlassen. Das war für ihn letztlich das Signal, in die Selbstständigkeit zu gehen: „Ich will nie mehr angestellt sein!“ Gleichzeitig nahm er seinen Sohn Josef mit ins Unternehmen. Josef Lugauer hat Zimmerer gelernt und sich, wie er heute sagt, immer gewünscht, die Nachfolge im Familienbetrieb anzutreten.

 

Das kam 2016 – sein Vater übertrug ihm zum 1. Januar die Firmenleitung. Er sei die „treibende Kraft“, beschreibt sein Vater: „Und so bin ich doch wieder Angestellter geworden!“ Und nicht nur er. Auch seine Frau Waltraud, die sich zuerst um die Firmenkasse kümmert, fährt mit raus auf die Baustellen, um Ställe und Hallen mit aufzubauen. Und auch der „Rest“ der Familie ist eingespannt: die Freundin von Josef Lugauer, Verena, packt mit an beim Aufbau von Ställen oder Hallensystemen, der zweite Sohn Bernhard, bei BMW im Anlagenbau beschäftigt, kümmert sich um die Firmensoftware und den Internetauftritt. Und – auch passend – Tochter Martina, die von Beruf Steuerfachwirtin ist, betreut die Steuern des Familienbetriebs.

 

2100 Quadratmeter große Halle

 

Bleibt die Frage, warum neben dem bisherigen Standort Thallern in der Gemeinde Rettenbach nun noch in Gfäll eine weitere Lager- und Produktionshalle mit einer Fläche von 2100 Quadratmetern gebaut werden musste. Ziel sei es, sagen Vater wie Sohn unisono, die Kunden möglichst umgehend und günstig mit dem Gewünschten zu versorgen, sowie mehr Service zu bieten, etwa für die hiesigen Zimmereien.

 

Zum einen ist Firmeninhaber Josef Lugauer am Mittwoch dieser Woche 30 Jahre alt geworden. Der gelernte Zimmerer ist 2012 in den väterlichen Betrieb eingestiegen und führt ihn seit 2016.

 

Die Halle mit integriertem Büro biete neue Chancen. Seien Produkte wie Dämmpaneele und anderes auf Lager, könne man schneller ausliefern, schneller bauen – und den Kunden schneller zufriedenstellen. Und das zahlt sich aus. Denn die Mund-zu-Mund-Propaganda ist neben Internet und Normalwerbung das beste Mittel, um neue Aufträge an Land zu ziehen.

 

Und das funktioniert nicht nur für Niederbayern, die Oberpfalz oder für den Rest von Bayern. Lugauers haben zuletzt auch Projekte in Straßburg, in Heilbronn, Wiesbaden oder Köln verwirklicht. Das bedeutet, viel unterwegs, viel Montage und wenig Zeit für Freizeit. Und Urlaub? „Wenn Verena etwas bucht, dann fahren wir!“, sagt Josef Lugauer. Ansonsten wird gearbeitet – damit die bis zu 60 Neubauten im Jahr, die die Lugauers und ihre Mitarbeiter anpacken, fertig werden. 70 Prozent davon seien landwirtschaftliche, 30 Prozent gewerbliche Bauten. Zumindest am Samstag beim Dreifach-Fest wird gefeiert statt geschafft.

 

 

 

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